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Die Realschule Selb trifft ihre internationalen Partner am Plattensee in Ungarn.  

Super Stimmung und fröhliche Gesichter beim internationalen Schüleraustausch.
Seit einiger Zeit ermöglicht es die Europäische Union über das Bildungsprogramm „Comenius“ den Schülern aus den Mitgliedsstaaten und einigen assoziierten Staaten länderübergreifend zu lernen. In Folge dessen haben sich vier Schulen aus der Türkei (Torbali), Ungarn (Balatonfüred), der Tschechischen Republik (Pilsen) und Deutschland (Realschule Selb) zu einem mulitlateralen Schulpartnerschafts-Team zusammengefunden um den Schülern die Auseinandersetzung mit den fremden und der eigenen Kultur zu ermöglichen. Konkret sollen die Teilnehmer die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung in der eigenen Region sowie der Partnerregion kennenlernen, in der eigenen und der englischen Sprache benennen und in Schrift und Bild digital fixieren können.
Um die Recherchen vor Ort durchzuführen, reisten 12 Schüler zu einem einwöchigen Aufenthalt vom 16. bis 22. Oktober in Wunsiedels Partnerlandkreis Veszprém in die Stadt Balatonfüred am Plattensee. Zusammen mit ihren betreuenden Lehrkräften trafen sie dort mit Gruppen aus der Tschechischen Republik, der Türkei und natürlich Ungarn zusammen, um im Rahmen des Comenius-Programms der EU internationale Kontakte zu knüpfen und mehr voneinander zu erfahren. Als Empfänger von EU-Fördermitteln galt es nun, das umfangreiche Programm zu absolvieren:
Nach einer elfstündigen Anreise mit dem Bus wurde die deutsche Gruppe, von - aus vorherigen Besuchen in Torbali und Selb bekannten - ungarischen Schülern herzlich im Hotel empfangen. Diese begleiteten die drei Gastgruppen bei einem kurzen Spaziergang zum 10 Minuten entfernten Plattensee und erkundeten dabei die Umgebung. Am Abend gab es eine Welcome-Party in einem Restaurant, bei der selbst die ausgefallene Heizung der guten Stimmung keinen Abbruch tat.
Am zweiten Tag galt es, das Projektthema umzusetzen. In international gemischten Gruppen wurden mit Hilfe eines Fragebogens die Schulklassen vor Ort nach ihren Freizeitmöglichkeiten befragt. Nach einem Mittagessen in der Schulkantine fuhren wir in das Kehidakustány-Termal-Bad in Gyogyfürdö, welches unbestritten eines der Highlights mit seinem Wasserkarussell war.
Die am Vortag gesammelten Fragebögen wurden am Mittwoch wieder in gemischten Kleingruppen ausgewertet und zentral erfasst. Dabei waren die Schüler über die Geschwindigkeit des örtlichen Internets überrascht und freuten sich auf die nächste IT-Stunde in der Realschule Selb. Der restliche Tag stand unter dem Motto: „Family-Day“. Die Gastschüler wurden von ungarischen Familien aufgenommen und bestens verpflegt. Ebenfalls bestand die Möglichkeit, bei den Gastfamilien zu nächtigen, was viele Jugendliche auch annahmen.
Donnerstags stand die Besichtigung vom national bedeutenden Kloster Tihany auf dem Programm. Der Klostergründer König Andreas (+1060) ist dort in der Krypta begraben. Aber auch der letzte ungarische König wurde dort nach dem ersten Weltkrieg unter Hausarrest gestellt und später an die Engländer ausgeliefert. Die Gründungsurkunde des Klosters ist das erste Schriftstück in ungarischer Sprache. Bei einer Ortsbesichtigung konnte uns der frühere Rektor der Schule Erstaunliches über das Kloster mit der umgebenden Ortschaft, die Unterdrückung der Religion während der kommunistischen Herrschaft und weitere nationale und lokale Kuriositäten berichten. Die malerischen Steingebäude mit Reetdächern trugen zum Flair des gesamten Besuchs in der Ortschaft bei. Am Nachmittag wurde den Schülern nochmals die einmalige Lage des Klosters Tihany auf einer in den Plattensee reichenden Halbinsel bewusst, die mit einem Ausflugsboot umrundet wurde.
Am letzten Programmtag ging es in die Kreisstadt Veszprém. Der weitläufige Zoo und die gepflegten Tiere machten einen guten Eindruck. Publikumsliebling war ein roter Panda. Nach einem ausgezeichneten Mittagessen wurde die Altstadt von Veszprém besichtigt und es wurde geshoppt, bis es nichts mehr zu kaufen gab. Abends wurde in einem Restaurant an der Promenade in Balatonfüred die Good-bye-Party gefeiert. Viel Dank erhielten die ungarischen Schüler, die uns jeden Tag als Führer und Berater in einer neuen Umgebung geholfen und sich liebenswert um uns gekümmert haben. Ebenso Dank erhielt unsere Programmleiterin Melinda Hoós und Mark Horváth für die Erstellung des Programms.
Da die deutsche Gruppe schon am nächsten Tag zeitig zuhause sein wollte, musste diese schon um 03:00 Uhr früh losfahren. Die Überraschung war umso größer, als sie die ungarischen Schüler bemerkten, die um diese Zeit zum Hotel kamen, um die deutschen Reisegruppe zu verabschieden. Wie zu erwarten, flossen beim Abschied reichlich Tränen. Am frühen Nachmittag erreichten dann die erschöpften und überaus glücklichen Schüler Selb.
Das multinationale Projekt wurde bereits seit 2008 mit Unterstützung des Landratsamts Wunsiedel, vertreten durch Reinhard Pössnecker und Martin Reschke mit dem Lehrer Reiner Schübel geplant. Die Partnereinrichtungen sind das Széchenyi Ferenc Kertészeti Szakképző Iskola és Kollégium aus Balatonfüred (Ungarn), die Základní škola Martina Luthera aus Pilsen (Tschechische Republik), welche bereits eine bilaterale Schulpartnerschaft mit der RS Selb hat, das Anadolu Lisesi Torbali aus Torbali (Türkei) und als leitende Einrichtung des Gesamtprojekts die Realschule Selb, welche von Herrn Reiner Schübel vertreten wird. Die Finanzierung wird von der Europäischen Union mit ihrem Bildungsprogramm COMENIUS sichergestellt. Comenius ist auf die Schulbildung ausgerichtet und verfolgt zwei Grundziele: Zum einen die Entwicklung von Kenntnis und Verständnis der Vielfalt der europäischen Kulturen und Sprachen und von deren Wert bei jungen Menschen und Bildungspersonal, zum anderen die Unterstützung junger Menschen beim Erwerb der lebensnotwendigen Fähigkeiten und Kompetenzen für ihre persönliche Entfaltung, künftige Beschäftigungschancen und eine aktive europäische Bürgerschaft. ReSchü

Gruppenfoto bei Tihany

vor dem Plattensee 

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